Bis 2035 soll der Energieverbrauch pro Einwohner um 43 Prozent gesenkt werden. Das sei, meint Bundesrätin Leuthard lachend wie immer, ganz einfach: Der Bürger müsse bloss die irgendwann noch kommenden Spar-Ratschläge aus ihrem Departement genau befolgen ...

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 7. April 2017

Zu einer Frage fällt der Strahlefrau mit all ihren Einspar-Utopien freilich gar nichts ein: Zur Tatsache, dass die Schweiz 2035 kaum gleich viele – bzw. gleich wenige – Einwohner zählen wird wie heute.

Bundesrats- und Parlamentsmehrheit haben die Nicht-Umsetzung des Volksentscheids gegen die Masseneinwanderung durchgesetzt. Also darf die Schweiz jährlich weiterhin 50 000 bis 80 000 Einwanderer (netto) erwarten. In den letzten zehn Jahren kamen rund 750 000(!) Zuwanderer, die für Doris Leuthard offensichtlich vernachlässigbar sind – wenigstens bezüglich Energieverbrauch. Ob sie denn in Höhlen leben werden? Ohne Heizungen? Höchstens von Kerzen erleuchtet? Nie ein Handy beanspruchend? Ohne Kochherd? Ohne je einen Platz in einem Verkehrsmittel zu beanspruchen – geschweige denn ein Auto nutzend? Die rund anderthalb Millionen Zuwanderer werden bloss anspruchslos und tatenlos herumhocken – ohne geringste Ansprüche auf Energie? Der Anbau oder die Einfuhr zusätzlicher Lebensmittel für all die Genügsamen ist überflüssig? Die Ideologie der Wohnverdichtung, die immensen Baubedarf auslöst, wird einfach erlöschen? So will Frau Leuthard – zusammen mit vier Kolleginnen und Kollegen in der Landesregierung – allen Willkomm und Platz anbieten? Werden sie als anspruchslose Paradies-Bürger nie ärztliche Versorgung benötigen? Nie Spitalpflege? Nie eine Operation? So dass man sie in Leuthards Energiespar-Berechnungen einfach vernachlässigen kann?

Frau Doris Leuthard, Bundesrätin, Vorsteherin des Verkehrs- und Energiedepartements, beschäftigt auch in ihrem Ressort Aberdutzende sogenannte «Informationsbeauftragte». Ihnen allen hat sie eisernes Schweigen verordnet, sollte je eine Frage gestellt werden zum Zusammenhang zwischen Massenzuwanderung und dem daraus resultierenden Energiebedarf. Grünes Licht für angeblich energiefreie Massenzuwanderung! So verordnet’s Energie-Expertin Frau Leuthard. Sie geht davon aus, dass ihr alle glauben – zumindest bis zur Volksabstimmung am 21. Mai. Danach erweist sich Wahrheit dann als veränderbar.

Ulrich Schlüer

06.04.2017 | 5256 Aufrufe