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Desaster

Eines beweist Corona zweifelsfrei: Die Konzentration aller Entscheidungsgewalt in Bundesbern zwecks Krisenbewältigung endet im Desaster.

Ab 2015 wurden Bundesrat, Armee- und Verwaltungsspitzen bezüglich Pandemie-Bewältigung beübt. Daraus wurde der Bedarf an Material (Masken, Beatmungsgeräte) und Spital- Infrastruktur deutlich – vom Bundesrat im Sinne von «Kommt ja doch nie» aber missachtet. Das zweitletzte der acht Militär-Notspitäler wurde wenige Monate vor Corona-Ausbruch liquidiert. Weil Masken fehlten, belog man die Öffentlichkeit. Frau Amherd schwärmte vom grössten Armee-Aufgebot seit 1945 – wusste die Aufgebotenen aber kaum einzusetzen. Süssliches Säuseln hat militärische Führung (präzise Lagebeurteilung, Zielformulierung, Feststellung der vorhandenen Mittel, Konzentration der Mittel auf Zielerreichung, zielführende Befehlsausgabe) verdrängt.

Seit Sommer 2020 weiss man: Lebensbedrohlich ist Corona für Senioren. Hat man sie folglich besonders geschützt? Keine Spur! Für Altersheim-Pflegepersonal aus dem Balkan galt Reisefreiheit, welche übers Jahresende vielfach genutzt wurde – und Corona erneut einschleppte, die Senioren erst recht bedrohend.

Zu seiner Beratung nutzte der Bundesrat eine Task Force – und liess deren Exponenten blindwütig selbst gegen die Landesregierung öffentlich, mit Hilfe «actionversessener» Medienleute polemisieren und agitieren. Rechthaberei und öffentliche Hahnenkämpfe (auch mit Hennen) verdrängten jede Beratung. Wirtschafts-Stilllegung sollte plakativ die Handlungsfähigkeit Bundesberns illustrieren. Zum Schutz der Gefährdetsten, der Senioren, trug sie nichts bei. Sie bedroht aber tausende KMU-Betriebe in ihrer Existenz.

Jetzt herrscht totale Planlosigkeit. Wegen der gefährlicheren südafrikanisch-englischen Corona-Mutation müsse die Wirtschafts-Stilllegung bleiben – irgendwie- lange. In Tat und Wahrheit will Bundesbern damit seine totale Unfähigkeit bezüglich Organisation der Impfkampagne tarnen. Entschlusslos überlässt der Bundesrat das Feld den Rechthabern der Task Force. Tausende KMU-Betriebe bangen um ihre Existenz.

Wir appellieren ans Parlament: Entzieht dem Bundesrat ohne Verzug all seine Vollmachten. Es kann nur besser werden!

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Publiziert von Ulrich Schlüer

Dr. Ulrich Schlüer ist Historiker, Verleger und alt Nationalrat des Kantons Zürich. 1979 gründete Dr. Ulrich Schlüer die «Schweizerzeit», welche als bürgerlich-konservatives Magazin für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit bis heute erfolgreich seine Leserschaft bedient.

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2 Kommentare

  1. Ja, unsere Armee, nicht leistungsfähig, nicht in der Lage ihre Aufgaben zu meistern. Da trifft Herr Schlüer den Nagel mal auf den Kopf. Viele Beispiele der letzten Zeit dokumentieren das. Das alte Transportwägelchen Duro, pro Stück, für 250 000.- instand gestellt, Flugabwehr die nur zu Office-Zeiten fliegt, Patrouille Suisse die Langenbruck nicht findet, Spesen Skandal, Ruag die sich die wichtigsten Daten klauen lässt, elektronisches Dienstbüchlein das nie zustande gekommen ist, Minenwerfer Cobra der nur bei schönem Wetter zu nutzen ist, um nur einige Meisterleistungen aufzuzählen.

    Was mir bei der obigen Aufzählung noch einfällt, sind die Namen der verantwortlichen Bundesräte. Angefangen bei Herr Ogi, danach Herr Maurer, und auch noch Herr Parmelin. Alles Männer, alles Bundesräte der SVP.

  2. Glücklicherweise ist unsere Schweizerische Arme inkl. Swiss Airforce nicht wirklich einsatzfähig.
    Es gab in Europa tatsächlich einmal einen egozenrischen Psychopathen, der über eine schlagfähige Armee verfügte …. der Rest ist Geschichte.
    Leider scheint es aber so, dass das Bundesamt für Gatastrophen die Schweiz innerhalb der letzten 12 Monaten schwerer beschädigte, als der o.a. in 13 Jahren.

Corona: KMU-Killer?

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