in

Energiefirmen unter bundesrätlichem Schutzschirm

Fiktives Szenario: Wenn ein florierendes Schweizer Unternehmen, egal welcher Branche, ins Ausland expandiert, so ist dies gängiger Usus. Vernachlässigt es dabei den ursprünglichen Schweizer Markt, die heimische Produktionsstätte samt Schweizer Kundschaft, so rächt sich dies: Es kann im Bedarfsfalle auf keine Staatsunterstützung zählen.

Reales Szenario: Lange Jahre nahmen Schweizer Energieunternehmen wie Axpo und Alpiq über ihr Auslandengagement enorme Risiken auf sich – mit fraglichem Nutzen für inländische Endverbraucher. Ständige Preisschwankungen in gravierender Höhe bei Elektrizität, Erdöl und Gas bringen auch finanzstarke und leistungsfähige Schweizer Energiefirmen in Schieflage. Börsenkotierte Energieunternehmen benötigen massenhaft Geld zur Sicherstellung von Termingeschäften.

Alpiq geriet Anfang Jahr ins Trudeln, und selbst die Axpo hatte zu kämpfen, als klar wurde, dass mit der Stilllegung der Kernkraftwerke und der Forcierung von Wind- und Solarenergie die Probleme blieben. Prompt erinnerte man sich an den «Financier» Staat, der einspringt, wenn Finanzschwund droht. Und prompt tat der Bundesrat dieser Tage kund, er prüfe eine «Finanzinjektion» für die Strombranche.

Dann betrat SP-Energieministerin Simonetta Sommaruga die Bühne und fügte ihren Baustellen eine weitere hinzu. Sie sah nach Cäsars «veni-vidi-vici» in staatlichen Bürgschaften und kostenträchtigen Darlehen die einzige Lösung und schreckte auch vor angedrohter Eigentumsbeschränkung nicht zurück. Und durch ihre gewöhnungsbedürftige Interaktion entstand der (fälschliche) Eindruck entstand, Schweizer Energiekonzerne seien nur beschränkt handlungsfähig.

Fazit: Steuerzahler zahlt, Bund rettet, SP-Sommaruga klimpert so virtuos wie von Dissonanzen behaftet auf der Klaviatur eines unbändigen Aktivismus’. Und die Hauptsache: Sie sieht sich in ihrer vorgeblichen Souveränität bestätigt.

Ob Schweizer Haushalte unter dieser energietechnischen Staatsägide bald mal nicht mehr nach dem Preis von Lebensmitteln fragen, sondern nur noch, was ihre Zubereitung kostet?

Betrübliche Erkenntnis: Liessen sich Polit-Agitation, überbordender Machtwille und Anspruch auf Alleinkompetenz in pure Energie umwandeln, wäre es in Bundesbern wohl schon längst zur Kernschmelze gekommen.

Diesen Beitrag bewerten

Avatar photo

Publiziert von Schweizerzeit

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Färöer – freie Wikinger

Medien-Machenschaften – Auf sie mit Gebrüll!